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[Lars Danielsson Quartet]

31 Oktober 2011

Konzerte ganzjährig auf Anfrage

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Lars Danielsson_bass, cello
Tigran_piano
John Parricelli_guitar
Magnus Öström_drums

www.larsdanielsson.com

New Tracks (snippets): Party On The Planet , New Song & Liberetto 

New CD on ACT: Januar 2012

Konzerte im März/April 2012 & ganzjährig auf Anfrage

Der schwedische Bassist, Cellist, Komponist und Arrangeur Lars Danielsson ist in den vergangenen Jahren zu einer der wichtigsten Stimmen im europäischen Jazz gereift: An der Seite von internationalen Stars wie Michael Brecker und Randy Brecker, John Scofield oder Charles Lloyd, mit seinem eigenen Quartett, als Produzent von Caecilie Norby, Viktoria Tolstoy oder dem Dänischen Rundfunkorchester, insbesondere aber mit seinen fünf ACT-CDs unter eigenem Namen. Sie zeigen zugleich die unverwechselbare eigene Handschrift, die Danielsson gefunden hat, wie die erstaunliche Offenheit und Bandbreite seines Schaffens. Er ist nicht nur einer der lyrischsten und wärmsten Bassisten, als Komponist ist er ein Meister der Atmosphäre, der subtilen Spannung und der perfekten Balance zwischen einfachen Melodien und dem höchstmöglichen Grad an Improvisation.

Liberetto

Glückliche Fügungen haben oft außergewöhnliche Folgen: Es war ein Wagnis, ob der schwedische Star-Bassist Lars Danielsson und der armenische Pianist Tigran ein neues Traumduo im europäischen Jazz bilden würden. Erst eine Woche vor den geplanten Aufnahmesessions zu „Liberetto“ spielten die beiden erstmals ein gemeinsames Konzert. Und es funktionierte: Vom ersten Ton an hatten sich zwei musikalische Seelenverwandte gefunden -zufällig, aber dafür umso nachhaltiger. Danielsson erzählt: „Tigran versteht meine Musik genauso wie ich sie mir vorstelle und er komponiert Musik genauso, wie ich sie selbst schreiben würde. Sein „Svensk Låt“ zum Beispielklingt schwedischer als meine Songs. Es war einfach fantastisch, mit ihm zusammen aufzunehmen.“ War es auf den Vorgängeralben „Tarantella“ und „Pasodoble“ noch der polnische Pianist Leszek Mozdzer mit dem Danielsson großartig harmoniert, so ist es nun Tigran, mit dem er eine besondere Qualität des musikalischen Dialogs erreicht. Betrachtet man die bisherige Karriere des erst 24-jährigen Pianisten, dann erscheint diese glückhafte Verbindung logisch. Der zwischen New York und Frankreich pendelnde Musiker ist kein “nativer“ Jazzer, sondern erhielt, wie Danielsson, zunächst eine klassische Ausbildung. Bald brachen sich Entdeckungen und erste Vorlieben in Rock und Jazz ihre Bahn und so wurde Tigran ein stiloffener, auf Details und Färbungen versessener und stets einprägsamen Melodien vertrauender Klangforscher. Sein Weg zum Lied ist immer die Improvisation, hat er es dann aber gefunden, liebt er die feste Struktur - auch das verbindet ihn mit Lars Danielsson. Technik wie Ausdruck sind dabei so überwältigend, dass Tigran noch als Teenager den Thelonious-Monk- und den Martial Solal-Wettbewerb gewann.

Auf „Liberetto“ bleibt Lars Danielsson seiner musikalischen Sprache und Ausdrucksweise treu, diesen zumeist melancholischen, stets ungewöhnlich gebrochenen Melodien, diesem Aufspüren der musikalischen Räume, dieser stets immanenten Lyrik. Aber er geht auch einen Schritt weiter: „Liberetto“ ist kammerjazziger, dichter, interaktiver als Danielssons frühere Alben. Dies liegt sicher auch an den weiteren Musikern, die der Bassist ins Studio holte. Mit e.s.t.-Schlagzeuger Magnus Öström wollte der Bassist schon seit Jahren zusammenarbeiten, jetzt war es endlich soweit. Auch Öström hat sich zuletzt verstärkt der Erweiterung seiner musikalischen Bandbreite gewidmet und war deshalb der ideale Mann, um „seine Kreativität in meine Musik einzubringen und sie mit einer Fülle von Ideen in neue und interessante Richtungen zu lenken“, wie es Danielsson ausdrückt. Das kann dann auch einmal ganz deutlich in Richtung e.s.t. gehen, am deutlichsten erstaunlicherweise wieder bei Tigrans Komposition „Svensk Låt“, bei der Öström den dynamischen Sog des erfolgreichsten Trios der Jazz-Gegenwart aufleben lässt. Seit „Tarantella“ ein alter Bekannter ist der wie immer wundervoll zurückhaltend spielende britische Gitarrist John Parricelli. Und als Gastsolist kommt schließlich Arve Henriksen dazu, der hörbar in der großen Tradition lyrischer skandinavischer Trompeter steht.

Mit dieser Besetzung malt Danielsson seine wie immer ebenso schönen wie spannenden Bilder in neuen Farben, bereichert zum Beispiel um armenische Volksmusik („Hov arek sarer djan”), mal überbordend fröhlich (“Party On The Planet”), mal verhangen ätherisch (“Hymnen”). Ganz wie es ihm mit dem Titel „Liberetto“ vorschwebte: „Diese Wortneuschöpfung bezeichnet eine bestimmte Stimmung, in der ich meine Musik entwickeln möchte. Es schließt an meine früheren Alben an - rein sprachlich wie in dem Verweis zur klassischen Musik. Und betont die Freiheit, die ich meiner Musik immer vermitteln möchte und die sie zu einem offenen Buch macht.” Ein offenes Buch, an dem glückliche Fügungen wie Tigran mitschreiben durften.

Presscuts:

„Kompositionen, die melodietrunken, traumverloren, sehnsuchtsvoll, schwerelos tänzelnd und furchtlos schön sind.“ JAZZTHING

„Danielssons Klassik-Jazz hat das Zeug zum Jazz-Klassiker.“ WESTFÄLISCHE RUNDSCHAU

„Delikater Kammer-Jazz mit hohem Genusswert .Mollsanfte Lyrismen, die gestressten Jazzohren erholsam schmeicheln.“ STEREOPLAY

„Kunstvoll inszenierter Kammerjazz voller unterschiedlicher Klangfarben, mit unerhörtem Melodiereichtum und einem unüberhörbaren Hang zur klassischen Musik.“ JAZZTHETIK.

„Kammerjazz von selten gehörtem Farbenreichtum“ JAZZZEIT

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Liberetto_ACT-Press.info

Meyer | Baumgärtner | Meyer

15 September 2011

Konzerte ganzjährig auf Anfrage

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Peter Meyer: guitar
Bernhard Meyer: bass
Moritz Baumgärtner: drums

New CD: Melt (Traumton Records)
VÖ: September 2011

www.meyer-music.de

Wie oft passiert es, dass Musik so neu klingt, als hätten wir etwas vergleichbares noch nie gehört? Dass sie uns anregend verunsichert und mit mehr Fragen als Antworten zurücklässt? Die Welt von Jazz und Rock hat uns in den vergangenen zwei Jahrzehnten mit unzähligen Gitarrentrios von Nirvana bis zum neuen Bill Frisell Trio beschenkt. Meyer – Baumgärtner – Meyer setzen jedoch mit ihrem ersten gemeinsamen Album „Melt“ nicht dort an, wo andere Gitarrentrios aufhören, sondern sie beginnen bei Null, gerade so als wären sie die erste Gitarre-Bass-Drums-Band überhaupt. M-B-M sind nicht die neuen dies oder die nächsten das, sondern entfalten ihre ureigenen urbanen Klangwelten. Jedes Namedropping würde hier ins Leere laufen.

Gitarrist Peter Meyer, Bassist Bernhard Meyer und Drummer Moritz Baumgärtner sind keine Unbekannten auf dem Berliner Jazzpflaster. Die stets als Einheit auftretenden Meyer-Brüder haben unter anderem im Lea W. Frey Trio und bei der Band MSV Brecht gespielt. Baumgärtner hingegen gehört zu den umtriebigsten Figuren in der Berliner Komprov-Szene um Johannes Lauer, Marc Muellbauer und Daniel Glatzel. Die Meyers haben bereits zahlreiche Erfahrungen in Gitarrentrios gesammelt, für Baumgärtner ist diese Erfahrung indes völlig neu. Die gemeinsame Troika ist jedoch für alle drei Beteiligten ein Aufbruch ins Unbekannte.

Was macht dieses Trio nun so besonders? Was haben M–B–M, das andere Gitarrentrios nicht haben? Was macht sie über jeden Vergleich erhaben? Die Meyer-Brüder haben über die Jahre ihres gemeinsamen Spiels eine symbiotische Ausdrucksdichte erlangt, die es fast unmöglich macht, komponierte und improvisierte Aggregatzustände, ja selbst die einzelnen Klangquellen beim Hören zu separieren. Für Baumgärtner ist es fast unmöglich, da einfach so mitzuhalten. Er will nicht vorgeben, der dritte Bruder zu sein, sondern setzt andere Akzente, indem er der Musik vorauseilt oder sich zurückfallen lässt, Interferenzen und Überlappungen findet, sich dem Duo im Trio annähert und wieder von ihm entfernt. Die Winkel und Seiten ihres gemeinsamen Dreiecks werden in jedem Stück unablässig neu justiert. „Nur der geringste Teil dieser Soundwelten kommt aus dem Jazz“, erklärt Moritz Baumgärtner. „Wir beziehen Indierock und elektronische Musik mit einem ausgeprägten Klangweltbewusstsein auf Improvisation.“

Baumgärtner und die beiden Meyers musizieren in dieser Form noch nicht lange miteinander. Aus gegenseitigem Interesse wurden zunächst einige Auftritte, bei denen man freies Spiel und ausgeprägtes Interesse an der Form jenseits ausgetretener Jazzpfade miteinander kombinierte. Bei einem dieser Gigs wurden die beiden Tontechniker Christian Farcher und Victor Meding auf das bis dahin noch lose Trio aufmerksam. Die Begeisterung war auf Anhieb so groß, dass sie die Drei zu einer Plattenaufnahme nach Stockholm einluden. Plötzlich musste die Band ihre bisherigen Erfahrungen von Improvisation und Komposition für die ganze Welt hörbar manifestieren. Neben dem vertrauten Material entstanden neue Stücke, in denen die Dynamik der Improvisation meist von klaren Stimmungen vorgegeben wurde. Improvisation ist hier niemals Selbstzweck. Sie ist vielmehr eine logische Vorwegnahme oder Weiterführung der Komposition, um von einer Ausgangssituation zu einem klar definierten Punkt zu gelangen. Die Konsequenz, mit der die Band dieses Prinzip durchhält, läuft auf eine komponierte Unschärfe in der Improvisation hinaus.

Auf diesem Weg arbeitet das Trio mit unterschiedlichen Dichtegraden. Manches erinnert an suprematistische Gemälde à la Malewitsch und El Lissitzky, bei denen die Maler scheinbar klare geometrische Formen unmerklich aufeinander zu oder voneinander weg laufen ließen und damit Unruhe oder Entspannung auslösten. Auf ähnliche Weise verdichten die drei Musiker eigenständige individuelle Statements zu einer gemeinsamen Geschichte. „Ich kenne die Brüder schon lange und war immer von ihrer gemeinsamen Soundwolke fasziniert“, beschreibt Baumgärtner diesen Vorgang. „Sie sind aber beide elektrisch verstärkt und arbeiten mit Hall und Loops. Für einen Schlagzeuger ist es akustisch nicht einfach, in diese Welt hineinzufinden. Diese kreative Herausforderung lässt mich Sachen spielen, die ich in anderen Besetzungen nicht höre. Ich denke an veränderliche Formen, wie zum Beispiel bei einem Kaleidoskop. Dinge, die zueinander passen, aber in ständiger Bewegung sind.“

Die instrumentalen Funktionen sind zwischen den drei Bandmitgliedern exakt aufgeteilt, und doch offenbart sich die Band beim Hören nicht so sehr als Kombination von Gitarre, Bass und Schlagzeug, sondern als Einheit aus drei subjektiven Stimmen, die sich gleichberechtigt austauschen. Gerade Baumgärtners Spiel ist unglaublich melodisch. Womöglich ist er der beste trommelnde Gitarrist Europas. „Ich bediene gern Grooves“, gibt er zu, „habe aber auch eine melodische Stimme, der ich Ausdruck verleihen muss. Ich spiele leider kein Melodieinstrument, kann aber mit dem Schlagzeug auch Bewegungen beschreiben. Dafür entfernen sich die Meyers in einigen Stücken von den Melodien oder wandeln Melodien in Sounds um. Diese Haltung ist ein Verbindungsglied zwischen uns. Melodien sind Leitungen für Improvisationen, die auch mal ohne Töne klingen können.“

M–B–M machen es ihrem Hörer nicht unbedingt leicht. Sie nehmen ihn in einen urbanen Dschungel mit, in dem er sich das Hörerlebnis bewusst erkämpfen muss. „Melt“ taugt nicht zur Klangtapete. Diese Musik will so intensiv und oft wie möglich gehört werden. Die Tiefenwirkung ist verblüffend. In Mikrostrukturen offenbaren sich unzählige Details, die man vielleicht erst beim zehnten Durchgang hört. Dafür wächst die CD kontinuierlich. Das dreifache Staunen der Band über ihre eigene Klangschöpfung überträgt sich unschwer auf den Hörer. Die drei Musiker halten den Kontext bewusst so offen, dass jede Frage eine neue Frage evoziert, man sich der Antwort aber bestenfalls annähern kann.

„Melt“ ist ein überzeugender Gegenentwurf zur iTunes-Philosophie, laut derer sich jede musikalische Botschaft in den ersten 30 Sekunden offenbaren muss. Hier ist stets das gesamte Stück die Message und die neun Botschaften der CD ergeben zusammen die Geschichte. „Melt“ ist eines der wenigen musikalischen Abenteuer, die jetzt, genau in diesem Augenblick beginnen und sich unbeirrbar in eine einzige Richtung bewegen: in die Zukunft.

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